2008 war klar, es würde zu einer Evolution im Zahlungsverkehr kommen. Es ging um die Ablösung der nationalen Kontonummern und Bankleitzahlen durch IBAN und BIC also die Einführung der Single Euro Payments Area, kurz SEPA. Wir – ein Team in einer Kasse im öffentlichen Dienst – wussten, dass unsere Hauptgeschäftsprozesse in wenigen Jahren völlig anders aussehen mussten und dass das für eine Landesverwaltung mit mehr als 1.600 Dienststellen und ca. 80 betroffenen Fachverfahren eine große Herausforderung werden würde.

Auf einen Projektauftrag zu warten, würde die verfügbare Zeit nur unnötig einschränken und so fingen wir einfach an. Wir entwickelten eine Roadmap in der die bis dahin bekannten Rahmenbedingungen und Meilensteine aufgezeigt wurden. Jeder der Beteiligten brachte sein Spezialwissen ein, um den Erfolg sicherzustellen. Kein „cover your ass“ wie es im öffentlichen Dienst gerne vorkommt oder warten auf Orders von oben, sondern wahre Freude an Innovation und Erfindergeist. Die Roadmap wurde im beruflichen Netzwerk verbreitet und bei Bedarf fortgeschrieben.

Die Reaktionen von Außerhalb waren durchweg positiv und jede unbeantwortete Frage spornte uns an. Wir konnten Prozesse optimieren und unser Portfolio erweitern. Nur selten mussten wir faule Kompromisse eingehen. In weiten Bereichen konnten wir die Umstellung nutzen, um uns breiter aufzustellen damit künftige Veränderungen leichter durchführbar sein würden. Am 1. Februar 2014 waren wir schließlich „SEPA-ready“.

Rückblickend meine ich, dass die Magie dadurch ins Projekt kam, dass wir nicht reagiert, sondern agiert haben. Irgendwann kam der „Flow“ im Projektteam an und wir ließen uns davon mitreißen. Es herrschte eine „yes we can“-Stimmung, die uns begeisterte. Wir waren nicht die Getriebenen, sondern konnten unsere Zukunft selbst gestalten. Das waren für uns „magische Momente“.